Geschichte
 
Geschichte der Biber-Apotheke
   
  Namensgebung
 
Biber
  Die Biber-Apotheke war 75 Jahre lang Neheims einzige Apotheke. Erst 1908 kam die heutige Westfalen-Apotheke hinzu.

Der Name "Biber-Apotheke" ist zur Erinnerung an die letzten Biber im Möhnetal gewählt worden, die dort seit der Mitte der 50er Jahre des 19. Jahrhunderts ausgestorben sind.

Dazu haben mehrere Ursachen mitgewirkt:
Einmal wurden die Möhneufer immer mehr in Wiesenflächen verwandelt. Der reichhaltige Baumbestand an den Ufern verschwand und somit auch das "Baumaterial" für diese Tiere. Zur Ausrottung der Biber trug aber wesentlich der gute Verdienst beim Verkauf des Bibergeils bei. Bibergeil -Castoreum- galt als ein Krampfstillendes Heilmittel, das aus bestimmten Drüsen sowohl der männlichen als auch der weiblichen Biber gewonnen wurde.
Das Bibergeil wurde an die Apotheken verkauft und erzielte den hohen Preis von etwa 40 Talern pro Tier. Deswegen wurde den Bibern mit Gewehr und Fangeisen nachgestellt, ein Anreiz für Wilderer. Im Bezirk der Oberförsterei Himmelpforten lebten Anfang der 40er Jahre nur noch wenige Biber. 1845 kaufte Apotheker Peiffer von einem Förster zwei Biber, die von einem Wilderer erlegt worden waren.
Seit Mitte der 40er Jahre wurden nur noch vereinzelt einige Tiere gesichtet, auch noch in Höhe des Wiedenberges.
1855 soll der letzte Biber im Möhnetal in einem Tellereisen gefunden worden sein.

Seit wann genau die erste Neheimer Apotheke den Namen "Biber-Apotheke" führte, ist nicht bekannt. Wahrscheinlich erst seit 1908, nachdem die zweite Apotheke in Neheim - die Westfalen-Apotheke - eröffnete.

   
  * Bibergeil - Das Drüsensekret des Bibers.
Die paarweise zwischen After und Geschlechtsteilen des Bibers liegenden Drüsensäcke werden nach der Tötung des Tieres herausgeschnitten und in Rauch getrocknet.
Die 25 - 100 g schweren Beutel, die von einer braunschwarzen runzligen Hülle umgeben sind, enthalten einen harzartigen, nach Baldrian riechenden Stoff, der aromatisch, bitter und scharf schmeckt.
Schon in der antiken Medizin war B. ein Heilmittel, das gegen krampfhafte, nervöse und hysterische Leiden eingesetzt wurde. In der Parfümerie wird Bibergeil wegen seiner erotisierenden Note geschätzt. Nach neuesten Forschungen ist es ein Pheromon, das auf das menschliche Sexualdrüsensystem wirkt.
     
   
 
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